Aktuelle Veranstaltungen der Landesgruppe Hessen

Ankündigung Landesgruppe Hessen:

Tagesfahrt zu unbekannten Burgen und Schlössern in Oberhessen Sonntag 19. April 

Nachdem der erste Versuch im September letzten Jahres relativ kurzfristig wegen zweier Absagen von Exkursionsobjekten storniert werden musste, lädt der Vorstand der Landesgruppe Hessen der Deutschen Burgenvereinigung nun herzlich ein zu der Tagesfahrt, die am Sonntag, dem 19. April, zu eher weniger bekannten Burgen und Schlössern in Oberhessen führen wird, die von der Landesgruppe Hessen noch nie, mindestens aber seit Jahrzehnten nicht mehr besucht wurden. 

Programm:

Burg Homberg/Ohm – Die Burg wird von dem Förderverein „Schlosspatrioten e.V.“ betreut, dessen Arbeit 2017 mit dem Ehrenamtspreisträger der Denkmalpflege Hessen und 2019 mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet wurde. Burg und Stadt Homberg werden 1234 erstmals erwähnt. In der Nordwestecke der von einer noch vollständig erhaltenen Mauer aus der Gründungszeit umgebenen Ringmauerburg stand ursprünglich der Bergfried, der im Dreißigjährigen Krieg gesprengt wurde, wobei der übrige, von 1507 stammende Schlossbau schwer beschädigt wurde. Das noch bestehende Gebäude wurde 1836 umgebaut. In einem später als Scheune dienenden Bau steckt noch ein Rest der 1328 erwähnten Burgkapelle. Weitere Informationen zur Burg auf EBIDAT (www.ebidat.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=8230). 
Homberg
Burg Homberg/Ohm, Foto Quelle: www.homberg.de/de/kultur/schloss?type=98

Wasserburg Lehrbach – Die Burg wird 1349 erstmals erwähnt, im 15. Jh. erweitert und im Dreißigjährigen Krieg verwüstet, aber bis 1682 noch bewohnt. Die ehemalige Wasserburg umfasst ein ovales Areal, das durch einen heute trockenen Wassergraben umgeben war. Das Burggebäude bestand aus zwei Flügeln im rechten Winkel, von denen noch die Außenwände zusammen mit den Treppengiebeln in voller Höhe erhalten sind und einen informativen Blick auf das Innere des Baukörpers erlauben. Im verwilderten Park steht unweit der Burgruine eine kleine Kapelle, der Chorraum der alten Lehrbacher Kirche. Weitere Informationen zur Burg auf EBIDAT (www.ebidat.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=8244). 
Lehrbach
Wasserburg Lehrbach, Foto: Gerhard Wagner

12.30   Mittagessen im Landgasthof Schmeerofen in Kirtorf

Wasserburg Schmitthof – Das malerisch im Tal der Klein gelegene, burgartige Anwesen war ursprünglich von einem Wassergraben umgeben. Das kleine schlossartige Herrenhaus wurde um 1538 von Georg Freiherr Schenck zu Schweinsberg erbaut und im 17. und 19. Jh. erneuert und umgebaut. Das Hauptgebäude ist teilweise von einer rechteckigen Ringmauer mit vier pittoresken Ecktürmchen umgeben, von denen einer nur noch in seinen Grundmauern erhalten ist. Der Gebäudekomplex befindet sich seit 2017 in Privatbesitz von Christoph Freiherr Schenck zu Schweinsberg, der die Anlage denkmalgerecht restaurieren lässt. Er ist seit kurzem Vorsitzender des Strategisch-kulturpolitischen Beirats der DBV. * 
Schmitthof
Wasserburg Schmitthof, Foto: Gerhard Wagner

Schloss Plausdorf – Die schlossartige Anlage ist selbst vielen Bewohnern des Marburger Landes unbekannt, weil sie versteckt in einem fünf Hektar großen Park liegt und normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Ursprünglich handelte es sich um einen Gutshof, dessen Hauptgebäude mit einem schönen Renaissance-Portal 1565 errichtet wurde. Älter ist das Mühlengebäude von 1463. Der Hof gehörte ab 1899 der Familie von Goldhammer, die ihn zu einem Landschloss im Stil des Historismus umgestaltete und die geschlossen wirkende Anlage mit sich in das Gesamtbild einfügenden Wirtschaftsgebäuden ergänzte. Eigentümerin ist seit Kurzem eine Nachfahrin der Familie, die mit einem Prinzen von Solms-Hohensolms-Lich verheiratet ist. Leider wurde das historische Hauptgebäude Ende Oktober letzten Jahres von einem Brand stark beschädigt. Die Besichtigung kann aber stattfinden.  * 
Plausdorf
Schloss Plausdorf, Foto: Gerhard Wagner

Burg und Stadt Neustadt – Die im 13. Jh. angelegte Planstadt besitzt einen spektakulären spätmittelalterlichen Bau, den sog. Junker-Hansen-Turm. Er gilt mit seinem Durchmesser von 13 Metern und einer Höhe von über 50 Metern als größter Fachwerkrundbau Europas. Der mit runden Eckwarten besetzte Turm wurde 1481 in der Südecke der Stadtbefestigung als Flankierungs-, Geschütz-, aber auch Wohnturm erbaut. Bausubstanz der ursprünglichen Burg der Grafen von Ziegenhain ist im sog. Dörnbergschen Schloss von 1489 erhalten. Das spätgotische Gebäude direkt neben dem Turm wurde 1952 zum Rathaus umgebaut. In der Stadt sind Reste mehrere Burgsitze erhalten. Informationen zu Burg und Stadt auf EBIDAT https://www.ebidat.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=8677


Neustadt
Burg und Stadt Neustadt, Foto: Gerhard Wagner

18.00   Ende der Burgenfahrt und individuelle Heimfahrt 

* Über Schmitthof und Plausdorf gibt es keine Informationen auf EBIDAT; die Datenbank beinhaltet bekanntlich nur Burgen, die vor 1500 erbaut wurden. 

Teilnehmerkosten: 20 € pro Person
Der Reisepreis beinhaltet die Eintritte und Führungen.
Eine ausführliche Einladung ergeht an alle Mitglieder der LG Hessen rechtzeitig.

*****

24. - 27.9.2026: Mehrtages-Exkursion ins Eichsfeld und Umgebung

Programm:

Donnerstag, 24.9.:
Treffpunkt Burg Tannenberg bei Nentershausen: Um 10.00 Uhr gibt es eine Führung (spätere  Anreise ist möglich). Anschließend Mittagessen in der Burgschänke.
Burg Tannenberg ist eine Teilruine aus dem 14. Jh. Eine interessante Besonderheit ist, dass der vierstöckige Wohnturm auch die Funktion des Bergfrieds übernommen hat. Die seit 1698 im Verfall gewesene Anlage gehört seit 1995 dem Verein der Freunde des Tannenbergs, die sich liebevoll um die Anlage kümmern und umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchgeführt haben. (Nähere Informationen auf EBIDAT: www.ebidat.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=7962) 

Besichtigung und Führung der „Feindlichen Brüder“ an der Werra südlich von Witzenhausen
Burg Ludwigstein ist eine Anlage aus der Spätzeit des Burgenbaus, 1415 hastig als Gegenburg zur mächtigen Burg Hanstein errichtet. Stark im Verfall begriffen, wurde sie durch den Wandervogel wieder zum Leben erweckt und ist immer noch eine Jugendburg. (EBIDAT: www.ebidat.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=2305)

Burg Hanstein ist eine der schönsten Burgruinen Mitteldeutschlands, auf jeden Fall die größte. Die bereits im 9. Jh. erwähnte weitgehend gotische Anlage hat durch die frühe Zerstörung ihren gotischen Charakter bewahren können. Allein, dass man, um bis zur Kernburg zu gelangen, sechs Toranlagen überwinden muss, ist schon beeindruckend.

Weiterfahrt nach Duderstadt, zu unserem Standquartier, dem historischen Ursulinen-Kloster  im Stadtzentrum. Der großzügige Klosterkomplex wurde 1700 gegründet. Auch heute noch leben einige Ursulinen dort. Die baufällige Liebfrauenkirche wurde 1889 im neoromanischen Stil wieder errichtet. Hier 3 Übernachtungen und die im Reisepreis enthaltenen Mahlzeiten.

nach dem Abendessen: Vortrag von Dr. Jens Friedhoff im Seminarraum. 

Freitag, 25.9.:
Burg Hardenberg bei Nörten-Hardenberg, 1098 durch den Mainzer Bischof Ruthard aufgesucht. Es gibt keinen Bergfried, weil kirchlicher Besitz. Die Grafen von Hardenberg sind bis heute im Besitz der Burgruine, einem beliebten Ausflugsziel. (EBIDAT: www.ebidat.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=5929)

Burg Plesse nördlich von Göttingen. Führung durch die 1015 erstmals erwähnte Anlage. Es lohnt sich auch, den 23 Meter hohen Bergfried zu erklimmen, mit einer herrlichen Aussicht ins Leinetal. Auch werden wir etwas über den über 150 Meter tiefen Brunnen erfahren. Anschließend Mittagessen in der Burgschänke. (EBIDAT: www.ebidat.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=7112)
Auf der Fahrt zur Burg Bodenstein gibt es die Möglichkeit, sich in Duderstadt auszuklinken.

Burg Bodenstein bei Leinefeld-Worbis. Die im 9. Jh. gegründete Burg ist die einzig nie zerstörte Anlage im Eichsfeld. Nach einer spannenden Geschichte im 20. Jh. ist sie heute ein Familienerholungsheim der Ev. Kirche.

Abendessen im Ursulinen-Kloster; anschließend für die, die noch Energie haben, eine Nachtwächterführung durch Duderstadt. 

Samstag, 26.9.:
In Duderstadt div. Führungen und Besichtigungen. Mittagessen im Ursulinen-Kloster.
Folgende Besichtigungen und Führung sind geplant:
Stadtmauer mit dem Westernturm inkl. Museum und Wall mit Graben
Stadtführung zu den interessantesten Fachwerkhäusern (es gibt noch etwa 1000), historisches Fachwerk-Rathaus mit Museum (Qualität mindestens wie Michelstadt oder Alsfeld). An den Enden der Marktstraße St. Cyriakus-Basilika und St. Servatuskirche mit Jugendstilelementen

Nach dem Abendessen Klosterführung durch Schwester Ingeborg.

927 wird Duderstadt von König Heinrich II. gegründet. Seine Blütezeit erlebt es um 1400; da hat es fast so viele Einwohner wie Hamburg. 1525 kann die Stadt durch Verhandlungen mit den Bauernheeren ihre Zerstörung abwenden, bekommt danach aber massive Schwierigkeiten mit ihrem Landesherrn, dem Mainzer Erzbischof. Ab 1600 beginnt der allmähliche Niedergang, der durch den 30 jährigen Krieg noch verstärkt wird. Auch die Industrielle Revolution führt zu keinem großen Aufschwung. Nach 1945 und der Teilung Deutschlands mit der Lage an der nur wenige Kilometer östlich liegenden innerdeutschen Grenze fällt die Stadt endgültig in einen Dornröschenschlaf – ein Glücksfall für die historische Bausubstanz. Geldmangel war wieder mal ein guter Denkmalschutz. In den letzten Jahrzehnen wurde sehr viel restaurieret, es gibt noch komplett erhaltene Fachwerkstraßen, teilweise mit hervorragendem Fachwerk. Das Fachwerk-Rathaus ist wahrscheinlich das schönste in Deutschland. Auch sind große Teile der Stadtmauer und der davor gelagerten Wall mit Graben noch erhalten. Generell ist Duderstadt touristisch momentan noch völlig unterbewertet, aber auf einem aufsteigenden Ast. Es gibt viel zu sehen und zu erlaufen. 

Sonntag, 27.9.:
In Großbodungen in Thüringen Besichtigung von Wasserburg, Kirche und Fachwerkhäusern.
Burg Großbodungen ist eine ehemalige Wasserburg aus dem 13. Jh. mit einem markanten Bergfried. Nach dem Einebnen der Wassergräben wurde sie zu einem Schlösschen. Die Familie von Berlepsch führte von 1575 bis 1585 umfangreiche Ausbauten im Innenhof durch. Die Fachwerkbauten von damals sind heute noch erhalten. Ab den 1980er-Jahren stand die Burg leer und verfiel zunehmend. 1994 wurde sie von Raban Graf von Westphalen gekauft und fachgerecht saniert, der 2012 den Stiftungspreis der DBV erhielt. 2021 gab es einen weiteren Eigentümerwechsel. Der Burgherr selbst wird uns führen und wird uns einiges zu den Nöten eines Burgbesitzers und die mögliche Nutzung berichten.

Auf dem Heimweg Schloss Berlepsch nördlich von Witzenhausen. Mittagessen und Führung.
Die im 14. Jh. erbaute Burg wurde im 16. schrittweise im Stil der Weserrenaissance erweitert. Nach Zerstörungen im 30jährigen Krieg gab es ab 1893 eine umfangreiche Überformung im Stil der hannoverschen Neugotik, was dem Schloss heute den Spitznamen „hessisches Neuschwanstein“ eingebracht hat. Mit etwas Glück wird uns der Schlossherr selbst führen. (EBIDAT: www.ebidat.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=7966) 

Organisatorisches
Teilnehmerzahl: max. 26 Personen
Fahrt: Die Touren finden in Privat-PKW statt, Freitag und Samstag in Fahrgemeinschaften (nicht im Reisepreis enthalten)
Reiseleitung am Donnerstag und Freitag: Dr. Jens Friedhoff (EBI)
Unterkunft: Das Ursulinenkloster in Duderstadt (16 EZ und 5 DZ)
Reisepreis: im Einzelzimmer 395,- Euro, im Doppelzimmer 380,- Euro
Im Reisepreis enthalten:
3 Übernachtungen mit Frühstück und Abendessen, 1 Mittagessen, Entgelte für Eintritt, Führungen und Reiseleitung.
Ohne Gewähr (Dies ist ein vorläufiger Reiseverlauf, kleine Änderungen können sich noch ergeben.)