Aktuelles aus der LG Rheinland

Offener Brief an Ministerin Scharrenbach
"Sehr geehrte Frau Ministerin,

am 13. Februar haben Sie einen Gesetzentwurf zum neuen Denkmalschutzgesetz in den Landtag eingebracht, der für viele Denkmalfreunde nicht befriedigend ist. Ihr Gesetzentwurf wertet die Entscheidungskompetenz der Landesdenkmalämter deutlich ab. Ohne diese würde die ohnehin schon stark dezimierte Denkmallandschaft in NRW aus touristischer Sicht weiter an Bedeutung verlieren. Ohne eine qualifizierte Landesdenkmalpflege, deren fachliche Meinung die unteren Denkmalbehörden berücksichtigt, hätten viele der historischen Zentren zahlreicher kleiner Städte, die vom Tourismus leben, ihre touristische Qualität verloren. Denkmäler schaffen eine besondere Aufenthaltsqualität in den Innenstädten und wirken der aus dem Online-Handel resultierenden zunehmenden Verödung der Innenstädte entgegen. In Europa sind wir uns unserer Geschichte zutiefst bewusst und möchten dieser Geschichte auch authentisch begegnen. Als private Denkmalschutzorganisation ist uns dies besonders wichtig. Das zeichnet viele Bürgerinnen und Bürger in unserem Bundesland aus. Deshalb reisen wir auch nach Venedig und nicht nach Macau, um uns Venedig anzusehen. Und dies, obwohl uns einige chinesische Besucher auf unserer Marksburg sagen, dass Macau nicht so marode und viel besser als Venedig erhalten ist. Deshalb schätzen wir auch Holzfenster und nicht Kunststofffenster. Die jährlichen 100.000 Besucher auf der Marksburg zeigen, dass sich die Vermittlung eines authentischen Geschichtsbildes auch lohnt.

Genau um diese Authentizität geht es den Landesdenkmalämtern mit ihrem diversifizierten Fachwissen. Ihre Mitarbeiter verfügen über ein exzellentes persönliches Fachwissen, was alte Materialien und alte Handwerkstechniken betrifft. Sie sorgen dafür, dass das traditionelle Handwerk nicht ausstirbt. Ihre Expertise ist auch ein Garant für finanzielle Zuschüsse privater Stiftungen. In den meisten Fällen sind die Landesdenkmalämter Freund und nicht Feind der Denkmalbesitzer. In den dem einen oder anderen Fall sollten Anträge schneller bearbeitet und lösungsorientierter gedacht werden. Deshalb bringen wir Landeskonservatoren und Denkmaleigentümer zusammen. Der regelmäßige Dialog bringt schon sehr viel.

Liebe Frau Scharrenbach, bislang haben wir so hervorragend zusammengearbeitet. Sie haben, was die finanzielle Förderung der Denkmäler betrifft, weit mehr geleistet als Ihre Vorgänger. Sie waren für uns immer ansprechbar. Sie haben den direkten Dialog zu den Denkmaleigentümern gesucht und haben sich nicht nur ihre Sorgen angehört, sondern sich auch darum gekümmert.

Bitte lassen Sie uns eine starke Denkmalpflege erhalten, dann würden wir bei dem Landesdenkmalamt einen Antrag stellen, auch Sie für Ihre Verdienste um den Denkmalschutz unter Denkmalschutz zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Vonderreck und Detmar Westhoff"

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Hörbare Besuche auf Burgen im Rheinland

Liebe Mitglieder, liebe Burgenfreunde,
wie in einer Nachricht aus dem Monat April angekündigt, möchten wir Ihnen der angesichts der Corona-Pandemie verwehrten persönlichen Treffen der Mitglieder unserer Landesgruppe einen Weg bieten, den Kontakt nicht ganz zu verlieren, indem wir Burgen und Schlösser besuchen und die geführten Gespräche mit den Eigentümern mittels eines Podcasts für Sie aufzeichnen. Sie haben die Möglichkeit, sich diese auf der Internetseite unserer Landesgruppe aufzurufen und anzuhören.
Folge 1: Schloss Liedberg
Folge 2: Burg Lede

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Denkmalschutz ist Verfassungsauftrag in NRW – Bauministerin Scharrenbach im Dialog mit privaten Denkmaleigentümern
Presseerklärung als pdf
Auf Einladung der Deutschen Burgenvereinigung und der Familienbetriebe Land und Forst NRW traf die für den Denkmalschutz zuständige Bauministerin Ina Scharrenbach private Denkmalbesitzer in Meerbusch und Euskirchen. Ziel der Tagesfahrt: mehr über die Anliegen der Denkmaleigentümer vor Ort erfahren. Das ist deshalb wichtig, weil in NRW der Denkmalschutz in der Landesverfassung steht.
Denn viele private Denkmäler in NRW sind akut vom Verfall bedroht. Trotz aller Bemühungen und privaten Anstrengungen fehlt es den Eigentümern oft an finanziellen Mitteln für den denkmalgerechten Erhalt der historischen Bausubstanz.
Und dass die Besichtigungstour durch Euskirchen führt, ist kein Zufall – allein in Euskirchen stehen zwölf Burgen. Auch sonst ist NRW reich an Baudenkmälern: Es gibt insgesamt 82.238 Baudenkmäler, von denen 64.066 – also gut drei Viertel – Privatpersonen gehören. 7.135 sind im Eigentum von Kirchen, 9.423 Objekte gehören den Kommunen, 1.028 dem Land und 586 dem Bund.

Gruppenfoto vor Burg Veynau: Dr. Andrea Pufke (LVR), Baron Elverfeldt (Stellv. Vorsitzende FAB), Prof. Dr. Barbara Schock-Werner (Dombaumeiserin i.R. und Präsidentin der DBV), Ministerin Ina Scharrenbach (CDU), Baron Elmendorf, Detmar Westhoff (Vorsitzender Landesgruppe Rheinland DBV), Dr. Vogel-Claussen (DBV), Lutz Heitmueller (Dt. Stiftung Denkmalschutz).
Gruppenfoto vor Burg Veynau: Dr. Andrea Pufke (LVR), Baron Elverfeldt (Stellv. Vorsitzende FAB), Prof. Dr. Barbara Schock-Werner (Dombaumeiserin i.R. und Präsidentin der DBV), Ministerin Ina Scharrenbach (CDU), Baron Elmendorf, Detmar Westhoff (Vorsitzender Landesgruppe Rheinland DBV), Dr. Vogel-Claussen (DBV), Lutz Heitmueller (Dt. Stiftung Denkmalschutz).